WE WILL ROCK YOU

WE WILL ROCK YOU

 

DAS Musical von QUEEN  - mit Songs von Freddy Mercury und Queen

 

Genial, emotional, lustig, traurig, rassig, rockig, usw. - Dieses Musical mit der Musik von Freddy Mercury und den Queens ist ganz einfach fesselnd. Selten habe ich eine solche Freude und solche extremen Emotionen erlebt wie bei diesem Musical. Und………alles  begann ganz harmlos.

 

Im Fernsehen, in der Presse - einfach überall wurde Reklame für dieses Musical gemacht. Neugierig stöberte ich die Website von We will Rock You durch und entschloss mich nun auch mal mein Glück zu versuchen um einen Platz, das heisst ein Eintritts Billet zu ergattern. Eines stand für mich fest. Nur ein vorderster Platz kam in Frage. Ich dachte mir, wenn schon dann schon ein Superplatz, denn wenn ich schon nach Zürich reisen muss, dann soll sich das Ganze dann auch lohnen. Ich konsultierte also unseren Kalender mit allen Terminen die schon vergeben sind - und siehe da, einzig ein Samstag war noch zur freien Verfügung. Die Eintrittstickets waren schnell bestellt, bezahlt und bestätigt. Zu meiner Freude (und weil ich schnell genug war) ergatterte ich zwei Superplätze in der vierten Reihe, direkt hinter der Fanzone.

Zu bemerken ist, dass wir (mein Schatz und ich) noch nie in einem Musical waren und daher keine Ahnung hatten was und wie so was abläuft und wie sich so was anhört und anfühlt.

 

Wir entschlossen uns mit dem Zug nach Zürich zu reisen, denn das erlaubte es uns in Ruhe auch ein Bierli, Cüpli und zum Essen einen guten Tropfen Wein zu geniessen. Warum, das weiß ja heutzutage jedes Kind, - wer fährt, trinkt nicht und dies aus gutem Grund.

Wir fuhren also gemütlich mit der SBB nach Zürich - Oerlikon und spazierten gemütlich zum Theater 11 - dort sollte das Spektakel stattfinden.

 

Im Theater konnte man noch „Oropax“ nehmen, insofern man wollte. Ich dachte mir, ich sorge vor und steckte solche Dinger in meine Tasche.

Pünktlich erloschen die Lichter im Saal und mit gewaltiger Musik begann das Musical. Es war sooooo laut, dass ich dachte mir verjagt es bald das Trommelfell in den Ohren, die hohen Töne verursachten mir richtige „Schmerzen“ im Kopf, der Boden und die Sitze vibrierten von den Bässen richtiggehend. Alsbald griff ich nach den Oropax, zögerte aber sie zu gebrauchen. Ich dachte mir, es ist unmöglich dass das ganze Musical in dieser Lautstärke abgehalten werden kann, denn dann würden sicher die Zuschauer „flüchten“. Es war so wie ich es mir gedacht hatte, nur die Overtuere war extrem laut, der Rest des nachfolgenden Musicals war von fein, leise, zart, emotional bis lautrockig - in jeder Nuance zu hören und vor allem auch zu Sehen und Fühlen.

 

Die Geschichte des Musicals ist gradlinig, einfach und gerade deshalb super und voller Überraschungen. Jeder Song von Freddy Mercury und den Queens ist seinem Thema entsprechend mit der Geschichte verbunden oder besser gesagt, die Geschichte ist den Songs in idealer Weise angepasst worden. Die Darsteller sind nicht nur Sänger, sondern ausgezeichnete Tänzer und Schauspieler. Die Geschichte erzähle ich euch hier nicht, nur das was auch in den Prospekten steht.

Die Story:

Ein globaler Unterhaltungskonzern namens „Globalsoft“ regiert im 24. Jahrhundert den Planeten e.bay (früher die Erde).

E.bay ist bevölkert von Milliarden von Konsum-Musik-Computer-Klonen (früher waren das Menschen) und wenigen Aufrechten, genannt die Bohemiens. Es findet ein Kampf statt zwischen der Plastikwelt gegen den Rock’n Roll, Festplatte gegen E-Gitarre, Dauerlächeln der Klonen gegen wahre Gefühle der Menschen.

Es ist eine Liebesgeschichte zwischen Menschen, Liebesgeschichte für die Rockmusik - zugleich eine Absage an die computerisierte Welt. Der Rock and Roll siegt gegen Synthesizer, Gefühle siegen gegen Gleichheit.

 

Nun erzähle ich ein wenig von meinen Gefühlen.

Es war warm an diesem Tag, als mein Schatz und ich dieses Musical besuchten. Auch im Theatersaal war es warm. Trotzdem hatte ich „Hühnerhaut“, kalte Schauer schüttelten mich. In mir drinnen war es warm, aber die Haut reagierte sehr emotional. Jeder Song von Freddy wurde von den Darstellern so intensiv gesungen dass es einfach unweigerlich die Zuschauer erschütterte, ob man das nun wollte oder nicht, das geschah einfach so mit uns. Auch gestandenen Männern wurden die Augen nass, besonders als die Erinnerung an Freddy Mercury so bildlich dargestellt wurde und gegen denn Schluss der Vorstellung als das Happy End nahte und alle mitgesungen haben: We will Rock You……

 

Während der ganzen Vorstellung fragte ich mich: Wo sind die Musiker, wo ist die Band? Ich meinte immer bei einem Musical ist die Musik doch live wie bei einer Operette oder einer Oper.

Erst im letzten Drittel der Vorstellung wurde dieses Rätsel gelöst. Ein Vorhang mit der Darstellung der Computer-Bildschirme verhinderte die Sicht auf die Band und dies war so gewollt und der Effekt sowie, das „AHA“ Ergebnis für das Publikum war ihnen sicher.

 

Eines muss ich noch loswerden und erzählen. Das Musical ist teilweise an die schweizerischen Musiker und Musikszene angepasst worden. Gölä wird parodiert und hochgenommen, sowie bekannte Schweizer Rock- und andere Musiker namentliche erwähnt und als Figuren im Musical dargestellt.

Polo ist der einzige dessen Festplatte (sein Gehirn) von den „Bösen“ nicht gelöscht werden konnte.  Auch er wird auf sehr lustige Weise parodiert.

Es würde mich sehr interessieren, ob Polo als schweizerischer Mundartrockandroller, gegen die Darstellung der Gehirnlöschung protestiert hat, oder ob er von den Musicalverantwortlichen  auf diese Weise geehrt wird, weil er sozusagen der „Vater“ des schweizerischen Mundartrock ist und er sich sein ganzes Leben lang nie so richtig hat zurechtbiegen lassen, so wie viele der sogenannt „Oberen“ oder die Presse ihn gerne gehabt hätten.

 

Das Musical war ganz einfach genial. Geht hin und geniesst es solange es noch in der Schweiz aufgeführt wird.

 

Sicher wird es auch in Deutschland, Österreich und in vielen anderen Ländern zur Aufführung kommen, - dort werden die Musikernamen den jeweiligen Stars dieser Länder angepasst.

 

© Veronika Schneider - 20. Mai 2007