Willkommen bei der Hornussergesellschaft Langnau-Berge im Emmental Willkommen bei der Hornussergesellschaft Langnau-Berge im Emmental Willkommen beim Fanbericht über Polo Hofer

Polo Hofer FAN

 

Ich bin seit über 35 Jahren ein Fan vom Mundartrocksänger Polo Hofer ………..unserem Polo National

Wie wird man ein Fan?

 

Rückblende

Vor vielen Jahren, als ich meinen Ehemann kennenlernte, erzählten wir uns natürlich viel von unserer Kindheit, von den wilden jungen Jahren.

Mein Mann schwärmte von den „Ausgängen“ und von einem wilden jungen Mann namens Polo, der schampaar gute Musik mache, ein super Sänger sei und wie wild sein Schlagzeug bearbeite.

Leider sei dieser ein „Hascher und Drögeler“,  es sei fruchtbar schade, denn der habe wirklich Talente, die er „fortschmeisse“ mit seinem Lebensstil. Er meinte, wenn der Polo seine Sucht in den Griff bekomme und die nächsten paar Jahre überlebe, sich selber nicht umbringe mit dem Hasch und dem „Saufen“, dann werde der Polo ganz sicher ein „Star“ werden.

Als wir, das heisst mein Mann und ich uns entschlossen eine Familie zu gründen und zu Heiraten, hatten wir andere Interessen als die Vergangenheit, denn die Gegenwart und die Zukunft füllten nun unsere Gefühlswelt aus.

Wir lebten bald zu dritt, dann zu viert und zu fünft als Familie.

Wenn das Radio eine gewisse Musik ausstrahlte mussten wir alle sofort „still“ sein. Mein Mann sagte dann, „Ruhe“, das ist der Polo, hör mal was für gute Musik, was für ein Songtext, einfach super – er lebt noch, sicher wird er es nun schaffen und ganz nach oben kommen.

Dann schwärmte er jeweils wieder von den vergangenen Zeiten als Polo mit den Jetmans im Raume Thun – Interlaken die Jungen erfreute mit seinen Beatles Songs – er soll auch die Hitparade jeweils live gesungen haben.

Ich wurde allmählich neugierig und wenn ich die Stimme vom Polo im Radio hörte lauschte ich auch ganz intensiv. So ganz langsam wurde ich ein Fan von ihm. Ich las interessiert alles was in der Zeitung stand. Im laufe der Zeit ärgerte ich mich aber sehr über die Leute die ihn „abstempelten“ als gewöhnlichen Hascher, der nichts anderes kann als ein „bisschen“ Singen.

 

Ich bin ein Fan geworden langsam aber sicher

 

Es vergingen viele Jahre in denen der Polo unzählige Liedtexte schrieb, die viel über seine Gefühlswelt aussagten.

Ich frage mich noch heute – warum so viele noch immer glaubten er, der Polo, sei durch das Hasch blöd geworden. Nach meinem Dafürhalten sind eher die blöd, die sich nicht die Mühe gemacht haben seine Songtexte zu beachten, seine Zeitungskolumnen zu lesen. Wenn er „Blöd“ wäre, dann könnte er nie solch amüsante Berichte schreiben – solche Lieder schreiben, dass wenn man sie hört, es einem richtiggehend „tschuderet“ sosehr lebt man mit und in seine Lieder hinein.

 

Ich habe mich aber auch schon über den Polo geärgert und das kam so:

Mein Mann hatte vor vielen Jahren eine Lederjacke, die er, als er aus der „Stifti“ kam mit seinem kargen Lehrlingslohn zusammengespart hatte. An dieser Lederjacke hing er regelrecht. Noch nach vielen Jahren war sie sein bestes Stück. Sie war so alt und verschlissen, dass ich fand nun sei es Zeit sie zu „ghüdere“. Potz Plitz, das fand mein Mann gar nicht gut – aber fortan weigerte ich mich dieses uralte Stück zu flicken.

 

Als wir wieder mal in Bern waren begegneten wir dem Polo – die erste Reaktion meines Mannes war: „Schau, der Polo hat auch noch immer seine alte Lederjacke an.“ Gegen dieses Argument kam ich nicht an, denn es stimmte. Jahrelang immer vom Herbst bis in den Frühling begegneten wir dem Polo und jahrelang hatte er auch seine uralte Lederjacke an. (dazu muss ich sagen – all die Jahre haben wir den Polo nie angesprochen – wir waren einfach seine Fans im Hintergrund)

Ich ärgerte mich aber doch ab und zu über den Polo und meinen Mann. Dann sann ich darüber nach was man da machen könnte um diesem „Übel“ abzuhelfen.

Plötzlich kam mir ein Gedankenblitz. Ich schriebe an Benissimo, dass ich mir den Polo in der Sendung wünsche und zwar wunderschöne eingekleidet – so richtig gestylt von Kopf bis Fuß. Ich wünschte mir das Lied: I bi kei Heilige – begleiten sollte ihn ein Heilsarmeechörli. Dieser Wunsch wurde mir teilweise erfüllt. Polo sang den Song: Travailler c’est trop dur – und dieser Song wurde ein richtiger Hit.

 

Fazit: Kleider machen Leute – hätte er nach der „Pfeife“ der Presse, der sogenannt „besseren Gesellschaft“ getanzt – dann hätte sein Erfolg noch größer werden können. Das Potenzial dazu hatte er.

Polo wollte aber er selber bleiben, nur gerade das an die Öffentlichkeit abgeben was es braucht, damit er seinen Beruf ausüben kann und dabei genug Geld verdient um so zu leben wie er sich wohlfühlt, auch so wie es vielen Leuten damals wohl nicht gefallen hat.

Im lauf der vielen Jahre ist der Polo unser „Polo-National-Rock and Roller“ geworden. Nach so vielen Jahren hat er auch etliche einst Gegner überzeugen können oder wenigstens wird er von vielen nun respektiert als Persönlichkeit.

 

Es gibt verschiedene Arten vom Fansein. Es gibt solche die total ausflippen, es gibt solche die still genießen und es gibt solche wie mich – die jahrelang sich freuen und nach ganz langem Fansein ein erstes Konzert besuchen und dann fast alle Songs kennt, ein zweites und drittes Konzert besucht, dem Ehemann sagt, jetzt bringe ich dem Polo eine Rose, sich aber kaum getraut.

Nach über dreißig Jahren Fansein habe ich diesen Vorsatz in die Tat umgesetzt und meinem liebsten Sänger endlich eine Blume beim Konzert überreicht. Mein Mann hat mich noch ein wenig gepuscht, weil ich mich fast nicht getraut habe.

 

Ich und alle Fans die all die Jahre seine Kariere miterlebt haben, vergessen bei seinen Konzerten unser Alter – denn im Herzen fühlen wir uns jung – wenn wir dann aber in den Spiegel schauen sehen wir wie die Jahre vergangen sind. Dann fühlen wir große Bewunderung für unseren Polo, wie er über drei Stunden auf der Bühne präsent ist und uns unterhält mit seinen träfen Sprüchen und den neuen und altbekannten Songs.

 

Man kann Fan sein von den Paldauern – von Sina – von Beethoven – von Udo Jürgens – von usw.

Jede Art von Fansein ist OK – die Welt wäre total langweilig wenn alle dieselbe oder denselben Musikstil gern haben würde. Mir persönlich gefällt einfach der Musikstil und vor allem die „Geschichten“ die Polo mit seinen Songs erzählt.

 

So – ihr habt nun bis hierher gelesen, das heisst wohl dass es interessant war.

 

Falls jemand mich das nächste mal „anzünden“ will mit dem Spruch:“ Was du bist Fan von diesem Haschbruder“, dann bedenkt: Polo steht zu seiner Vergangenheit, er steht dazu, dass er ab und zu ein Haschpfifli raucht. Aber denkt auch daran wie viele Bankdirektoren oder andere sogenannt bessere Herren und Damen ganz heimlich, sich „Kokain“ durch die Nase ziehen – nur würden die das öffentlich nie zugeben.

 

©  Webmasterin Veronika Schneider