Willkommen bei meinen Reiseberichten und Geschichten Ferienaufenthalt im Südtirol - Sommer 2005

Ferienaufenthalt im Südtirol - Sommer 2005

Via Internet habe ich mir eingehend die Gegenden des Südtirols angeschaut und festgestellt, wer die Wahl hat, hat die Qual. Ich musste mich für verschiedene Kriterien entscheiden - dies waren Preisleistung, Hotel oder Pension, in der Nähe einer Stadt und doch nicht zu nahe. Wir wollten unsere Ruhe haben und trotzdem etwas sehen und erleben. Da wir - das heisst mein Mann und ich, gerne wandern und auch sehr gerne in fremden Städten flanieren, (anschauen + schlendern) habe ich mich entschieden eine Anfrage in einer Pension in Nals zu machen.

Wir hatten Glück - es war noch ein Zimmer frei und so kam es, dass wir unseren ersten Südtiroler-Aufenthalt in der Pension Mehrhauser in Nals verbrachten.

 

Anreise aus der Schweiz

Unsere Heimat ist das Emmental in der Schweiz. Gerade zur Reisezeit machte ein pelziger „Lümmel“ riesige Schlagzeilen in den Schweizermedien. Dieser Lümmel ist ein Bär, der von Italien in die Schweizerberge eingewandert war. Es brach eine kleine „Hysterie“ aus nur wegen dieses Bären, der von den zeitungslesenden Leuten den Namen „Lümmel“ erhalten hat. (Lümmel heisst auf Deutsch Lausbub)

Wir entschlossen uns also mit dem Auto via Davos - Flüelapass - Ofenpass nach Südtirol zu fahren. Das Wetter in der Schweiz war seit ca. drei Wochen grau, kühl und überhaupt nicht sommerlich warm. Bereits auf der italienischen Seite war das Wetter angenehmer und spürbar viel wärmer als im Emmental und der übrigen Schweiz. Dem „Lümmel“ sind wir nicht begegnet, obwohl er sich zu dieser Zeit im Gebiet des Ofenpasses aufgehalten haben soll.

Nach ca. 6 ½ Std. erreichten wir Meran und bald darauf trafen wir in Nals ein, wo wir in der Pension Mehrhauser freundlich empfangen worden sind.

 

Pension Mehrhauser

Die Pension ist in Nals, Nals ist ein kleines Dorf zwischen Meran und Bozen.

Hier eine kleine Bewertung und Beschreibung der Pension:

Die Pension ist ein typischer Familienbetrieb und wird von der Familie Kienzl betrieben. Das ist eine kleine gut funktionierende Familienfirma, wo die Erwachsenen und Kinder, sowie Verwandte mithelfen, dass sich die Gäste wohlfühlen.

Das Haus ist heimelig schön, die Zimmer tip top sauber, das Essen sehr gut, - denn der Hausherr ist nicht nur Mitorganisator und Reiseleiter oder Begleiter er ist auch gelernter Koch.

Das Frühstücksbuffet ist liebevoll und reichhaltig zubereitet und da das Klima in dieser Gegend sonnig und warm ist, kann man draußen essen. Über das Nachtessen kann man nur sagen: mmmm lecker, lecker!

Die Pension Mehrhauser hat ein kleines Schwimmbad (Pool) mit einer Sprudelecke, eine Liegewiese, Liegestühle, Kinderspielsachen usw.

Diese Pension ist zu empfehlen ganz besonders für Familien mit Kindern. Aufgefallen sind uns der herzliche und liebevolle Umgang der ganzen Familie Kienzl mit den Kindern.

Leute die gerne eine Wanderführung, Familienanschluss, Unterhaltung oder eine Beratung über Wanderausflüge suchen, sind bei Frau und Herr Kienzl bestens aufgehoben. Wenn jemand aber lieber einfach seine Ruhe haben will, der wird nicht bedrängt, ihm wird aber immer gezeigt, dass er/sie geschätzt werden.

Für meinen Mann und mich, sicher auch für viele andere Gäste, war der absolute Aufsteller die Aussenterrasse mit der Pergola. (gedeckter Sitzplatz) Wenn man nach einer Wanderung oder sonstigem Ausflug heimkam, - war die erste Tat, ein gutes kühles Bier vom Fass, das man sich selber rauslassen durfte. Ich wünsche der Familie Kienzl, dass ihr Vertrauen in ihre Gäste nie missbraucht wird und alle ihre Konsumationen aufschreiben.

 

Mehrhauser-Pension1-klein

 

Pension-Merhauser-klein

Mehrhauser-Pension-klein

 

Bier-klein

 

Das waren die Vorzüge und nun kommt leider ein kleiner Wermutstropfen, sozusagen ein Minuspunkt.

Nals ist etwas näher bei Bozen als bei Meran. Das bedeutet, dass die öffentlichen Verkehrsmittel nicht gut sind. Es hat einen Postautokurs Richtung Bozen aber keinen Richtung Meran. Der Bahnhof Vilpian ist gut 30 Minuten zu Fuß von Nals entfernt, insofern man mit der Bahn nach Meran oder Bozen möchte.

Dies zur Information für diejenigen, die gerne unabhängig und weitgehend ohne Auto die Ferientage verbringen möchten. Wenn man es wünscht wird man von einem Mitglied der Familie Kienzl zum Bahnhof gefahren.

 

 

 

Siehe weitere Fotos beim Link: Fotoalben  / Südtirol Meran

 

Wanderungen und Ausflugsziele

Wir haben praktisch jeden Tag eine Wanderung oder eine Stadtbesichtigung gemacht. Der Ferienbericht würde aber zu lang, wenn ich alle Ausflüge beschreiben würde, darum erwähne ich nur die, die mir besonders gefallen haben.

Alter Römerweg

Am ersten Urlaubstag wanderten wir direkt von Nals aus in die Höhe.

Wir marschierten den alten Römerweg zur Stachelburg hoch und dann durch den Wald bis St. Christoph. Da es sehr warm war im Tal ca. 30°C, war dies Wanderung durch den Wald angenehm und auch unterhaltsam. Künstler aus verschiedenen Ländern hatten eine Filzausstellung in diesem Waldgebiet erstellt. Wenn man ein Gebilde gefunden hatte, war eine Beschreibung dabei wo man die nächste findet und wie viele Minuten sie von der derzeitigen entfernt sei. Von St. Christoph gingen wir Richtung Prissian und beim Sportzentrum schauten wir der kommenden Fussballer-Generation zu und genehmigten und ein kühles Getränk. Dieser erste Tag war schön, aber auch anstrengend, wir hatten die Distanz auf der Karte als klein empfunden aber in Wahrheit war es sehr viel weiter als angenommen.

 

Durch die Apfelplantagen + auf’s Vigiljoch

Im Etschtal werden viele Apfelsorten und auch einige Reben in grossen Plantagen angebaut. Da entschlossen wir uns eine Wanderung im Tal zu machen. Da es im Tal sehr warm ist, ist es unerlässlich sich gegen die Sonne zu schützen und viel Wasser mitzunehmen. Wir wanderten von Nals Richtung Lana, beim Schwimmbad durch, dem Hügel (Berg) entlang, durch Waldgebiet, Plantagen einem Flüsschen entlang mit vielen Fischen (Fischzuchtverein) bis Lana. Das liest sich schnell, doch das ist eine recht lange Strecke und nur für solche geeignet die gerne Wandern und es sich gewohnt sind. Dort entschlossen wir uns kurzfristig die Gondelbahn aufs Vigiljoch zu besteigen und gondelten der Bergspitze entgegen. Oben ausgestiegen war es wie ein Schock, es war sehr windig und unverhofft kalt. Unten im Tal 28°C und da oben nur etwa 12°C. Trotz der Windjacken, die wir immer im Rucksack dabei haben, fröstelte es uns. Nicht nur uns, die meisten waren nicht auf diese Kälte vorbereitet und verschwanden sofort im Restaurant oder machten gleich kehrt und wollten so schnell wie möglich wieder nach unten ins warme Tal.

Nach Hause zurückgekehrt sind wir mit dem Bus von Lana nach Burgstall und von dort mit der Bahn nach Vilpian von dort zu Fuß nach Haus in die Pension Mehrhauser.

 

Schloss Trauttmansdorff

Die Besichtigung der Gärten vom Schloss Trauttmansdorff war absolut eindrucksvoll. Wer in dieser Gegend seinen Urlaub verbringt, für den ist es fast ein „muss“ diese Anlagen zu besichtigen. Besichtigen ist der falsche Ausdruck. Man kann ein paar Stunden damit verbringen in diesen Wegen zu flanieren (spazieren), die Blumen, Sträucher, Bäume und Gräser zu bestaunen, sich zu erholen und sich wohl zu fühlen. Das Tourismusmuseum ist in der Anlage integriert und äusserst interessant gestaltet.

Wenn man also einen Erholungstag einfügt, etwas unternehmen will das nicht anstrengend ist, dann nichts wie hin ins Trauttmansdorff.

 

Dorf Tirol - Kulturweg

Mit dem Auto fuhren wir ins Dorf Tirol, oberhalb Meran. Wir haben uns für die Kulturweg-Wanderung entschlossen. Es werden vom Dorf aus diverse Wanderungen angeboten. Jede hat ihre eigene Farbe und Benennung - Weinweg, Apfelweg, Panoramaweg, Kulturweg, Waalweg. Das Dorf ist voll touristisch erschlossen und so sind auch die Preise, aber allemal noch günstiger als bei uns in der Schweiz und die Bedienung, die Freundlichkeit und Gastlichkeit ist wie überall im Südtirol - liebevoll und aufmerksam.

Diese Wanderungen sind ziemlich einfach aber trotzdem schön.

Wir hatten uns ja für den Kulturweg entschlossen und verspürten plötzlich den Wunsch, beim Anblick der Raststätte des Weissgütl zu rasten und etwas zu trinken. Gemütlich haben wir auf einer Holzbank gesessen und die Aussicht auf Meran genossen.

Wir haben uns gesagt, so zur Entspannung werden wir nochmals ins Dorf Tirol gehen und eine der kurzen Wanderungen machen.

 

Dorf Tirol - Waalweg

Am vorletzten Tag unserer Ferien wanderten wir noch den langen Waalweg, aber was heisst da lang? Die Gehzeit ist auf der Beschreibung mit 2 ½ Std. angeschrieben. Obschon wir gemütlich wanderten waren wir schon noch 40 Min. beim Wasserfall, wo wir uns eine Weile aufgehalten haben.  Ich glaube, weil wir jeden Tag gelaufen sind haben wir etwas an Kondition zugelegt, darum kamen uns diese kleinen Wanderungen so kurz vor. Nun gut, sie waren kurz aber schön.

Eigentlich hätten wir auch gerne eine erweiterte, geführte, grössere Wanderung in den Bergen gemacht. Richtung Österreich oder der Schweiz war das Wetter aber nicht gut und in den Bergen war es kalt. Dass wir weise waren und es gelassen haben war gut, denn alle die solche Wanderung in dieser Zeit gemacht haben waren enttäuscht, gerade weil es so kalt war und die Sicht schlecht. Teilweise habe es sogar geschneit.

Da waren wir froh, dass wir die Wärme des Tales genossen haben, denn gerade auch wegen dieser Wärme waren wir da.

Bozen

Viele sind begeistert von dieser Stadt und viele gehen dorthin wegen dem Ötzi. (Mumifizierter Mensch)

Ich war weniger begeistert, es ist für mich eine Stadt wie viele andere auch und für den Ötzi hätten wir über eine Stunde anstehen müssen. Also soooooooo interessant finde ich diesen Leichnam nun wirklich nicht, dass ich dafür so lange anstehe.

Wir haben einen Stadtbummel gemacht, kehrten in unsere Pension zurück, haben gefaulenzt und ich habe das Sprudelbad im Pool genossen und ein Buch gelesen.

Meran

Das ist die schönste, sauberste und zauberhafteste Stadt, die ich bis jetzt kennen gelernt habe. Wir, mein Mann und ich haben schon ein paar Städtereisen gemacht, aber noch nie hat eine Stadt so auf uns beide gewirkt wie Meran. Wir haben uns beide irgendwie in diese Stadt „verliebt“. Sie ist ein bisschen wie unser Bern in der Schweiz, mit diesen Lauben, - aber viel schöner, weisser, viel sauberer und mit dem Charm der Südtiroler und der Lockerheit der Italiener. Mir fehlen fast die Worte um richtig auszudrücken was ich für Gefühle habe, wenn ich an dieses Meran zurückdenke.

Kulinarisches (Malzeiten + Essen)

Wir haben unseren Ferienaufenthalt  Zimmer mit Frühstück gebucht, weil wir spontan am Abend essen gehen wollen und dies zu einer Zeit die nicht immer die gleiche ist und wir gerne viele verschiedene Restaurants „ausprobieren“ wollen.

Bei einigen geht man ein zweites mal hin bei anderen einmal und nie wieder.

Das Nachtessen in unserer Pension Mehrhauser war wie eingangs geschrieben sehr gut und ist absolut empfehlenswert, man kann dort aber nur als Gast der dort wohnt Essen.

 

Kulinarisches - Geheimtipp

In Nals hat es ein kleines Restaurant. Von außen sieht es nicht sehr einladend aus, da wir aber neugierig auf alles sind, haben wir uns gedacht, da gehen wir rein und lassen uns überraschen.

Die Überraschung war perfekt. Innen ist fast alles neu renoviert. Es ist klein hat eine Bar und im hinteren Teil ein paar Tische und auf einem kleinen Podest eine Einmann-Musikanlage.

Zuerst haben wir gewartet und gewartet, niemand kam um uns zu bedienen. Später haben wir dann gemerkt warum das so war. Der Chef dort macht fast alles alleine. Er begrüsst, bedient und bekocht die Gäste. Der Chef war bei unserer Ankunft gerade in der Küche um das Bestellte der andern Gäste zuzubereiten. Der langen Worte kurzer Sinn, wer dort Essen gehen will, der soll es nicht eilig haben, denn dort verbringt man, den ganzen Abend und das beginnt so:

Der Chef begrüsst die Gäste, fragt woher sie kommen, plaudert mit ihnen.

Der Chef empfiehlt sein heutiges Menü, das variieren kann.

Meistens ist es eine sizilianische Spezialität und immer gibt es mehrere Gänge.

Nach der Vorspeise setzt sich der Chef zu seiner Musikanlage, nimmt eine Gitarre und musiziert und singt. Er erfüllt Musikwünsche, passt die Songs seinen Gästen an und versprüht seinen Charm, bringt die Gäste zum Lachen.

Dann geht er in die Küche und serviert den zweiten Gang.

Während die Gäste Essen macht er Vorbereitung für den nächsten Gang und zwischendurch präsentiert er wieder Musik.

Wir haben uns köstlich amüsiert, das Essen genossen und viel gelacht, wenn er andere Stars parodiert hat.

Dieses Lokal kann man wirklich empfehlen - aber wer dort essen gehen will soll sich den ganzen Abend Zeit nehmen.

Restaurant Mediterranèe, Sizilianische Spezialitäten, 2 Vilpianstrasse, 39012 Nalles (Bz)

 

Ein starkes Erlebnis will ich hier noch erzählen.

Als wir in der Altstadt von Meran in einem Strassenrestaurant einen Wein genossen, gesellte sich ein alter hagerer Mann, der gehbehindert war zu uns. Wir kamen ins Gespräch und dann sagte er, dass er sehr stolz sei ein Meranerbürger zu sein. Er freute sich, weil wir ihm sagten, dass uns diese Stadt so gefalle, nicht nur weil sie so schön sei, sondern auch weil die Stadt so sauber sei. Wir plauderten angeregt und plötzlich fing er an uns von seiner Kindheit zu erzählen. Er machte dies so lebendig und mit Humor, dass wir komplett die Zeit vergassen. Unter anderem erzählte er, wie es kam, dass er als armer Bub doch ab und zu ein Eis essen konnte.

Er verbrachte oft seine Ferien bei seinen Grosseltern auf dem Bauernhof. Die hatten Hühner und er sollte die Eier aus den Nestern holen. Das tat er auch, aber er gab nicht alle Eier ab, er „stibitzte“ (behielt) eines oder zwei. Mit dem Erlös der Eier konnte er sich ab und zu ein Eis kaufen. Der alte Mann lachte verschmitzt als er von seinen Erinnerungen erzählte. 

Eines Tages jammerte seine Grossmutter, was denn mit den Hühnern los sei, die legen ja fast keine Eier mehr. Der Bub wusste schon warum, denn er entwendete ja ab und zu ein Ei. Er wusste als Bub aber nicht, dass man einer Legehenne immer mindestens ein Ei im Nest lassen muss, denn sonst fangen die Hühner an ihre Eier zu verstecken, also an geheimen Orten Eier zu legen. Genau das ist passiert und das fand die Familie des Buben heraus, als folgendes geschah.

Der Bub spielte auf der Heubühne seiner Grosseltern, kletterte auf einen Balken und liess sich ins frische, duftende Heu fallen. Dies hatte er schon oft gemacht und es bereitete ihm grosses Vergnügen. Nur dieses mal nicht, denn als er sich ins Heu fallen lies machte es: „Platsch“ und er war über und über voller zersprungener, übelriechender Eier. Er habe geschrien wie verrückt, die Grossmutter und Grossvater seine angerannt gekommen und hätten voller Mitleid mit dem amen Bub ihn aus den glitschigen Eiermassen rausgezogen. Als er dann wieder sauber und frisch angezogen gewesen sei habe die Grossmutter gesagt, die Hühner seien ja gar nicht zu faul oder krank gewesen, - es nähme sie aber schon wunder warum die Viecher ihre Eier in der Heubühne gelegt haben. Der Bub wusste nun wohl warum, getraute sich aber nichts zu sagen. Von da an habe er auf das Eis verzichtet und habe nie mehr Eier „stibitzt“.

Der alte Mann lachte beim Erzählen laut heraus und auch wir mussten lachen.

Ich weiß die Zeit nicht mehr so genau, jedenfalls hörten wir einen Glockenschlag von der nahen Kirche. Der alte Mann sagte, es sei nun Zeit für ihn zu gehen, er sei jeden Tag um diese Zeit beim Kaffeetrinken und nun sei Zeit um nach Hause zu gehen. Er verabschiedete sich, es habe ihn sehr gefreut mit uns zu plaudern und dass es ihn sehr freue, weil er sehe und spüre, dass er uns gut unterhalten habe und wir uns in seiner Gesellschaft wohl gefühlt haben.

Er hatte Mühe um aufzustehen. Ich stand auf half ihm auf, gab ihm seine Gehilfen und sah, dass eines seiner Beine eine Stütze hatte. Er meinte das sei von einem Schlaganfall, aber sonst gehe es ihm gut.

Radiomitteilung

Am nächsten Tag, als wir mit dem Auto unterwegs waren und ich ein Regionalradio eingeschaltet hatte, hörte ich in den Meraner Nachrichten: Ein bekannter, gehbehinderter, alter Mann,  Meraner Bürger sei bei einer Treppe gestürzt, mit dem Kopf aufgeschlagen und kurz darauf gestorben. Das hat mich sehr betroffen, denn die Zeit als das geschehen sei, war kurz nachdem „unser“ alter Mann sich von uns verabschiedet hatte. Ich denke noch jetzt an die Begegnung mit dem alten Mann.

Wenn es dieser alte Mann sein sollte, der mit uns seine letzte Stunde verbracht hatte und dann gestorben ist, so kann ich sagen, dass er in seiner letzten Stunde gelöst, glücklich, zufrieden und voller Lachen war.

Mir ist noch in den Sinn gekommen, dass er auch gesagt hat, dass jederzeit seine letzte Stunde kommen könne und er bereit sei. Er sei so alt, und er wisse, dass seine Zeit bald abgelaufen sei.

Alter Mann aus Meran, wenn Du es bist der gestorben ist, so lasse wir Dich wissen, dass wir gerne an Dich zurückdenken.

 

©Veronika Schneider Januar 2006