Cuba’s Regierungssystem

Da  scheiden sich die Geister viele sind dagegen einige sind dafür.

 

Ich gehöre zu den „einigen“ und versuche meine Meinung diesbezüglich zu erläutern.

Ich muss aber vorwegnehmen, dass ich kein absoluter Anhänger vom Fidel bin und trotzdem will ich mit diesem Beitrag eine „Lanze für ihn brechen“.

Die meisten kennen Kuba nicht, befassen sich auch nicht mit Cuba’s Geschichte – weder über die Vergangenheit noch über die Gegenwart. Und trotzdem maßen sich so viele Leute an den Fidel und die gesamte kubanische Regierung zu verurteilen.

 

Ganz kurzer sehr vereinfachter Geschichtsrückblick

 

Fidel Castro ist das Kind eines sehr reichen  Großgrundbesitzers. Er studierte Jura in Havanna. Er hätte es sich eigentlich gut gehen lassen können und den Weg eines erfolgreichen und reichen Anwaltes einschlagen.

Er wählte aber den dornigen Weg als Revolutionär, weil er sah wie die kubanische Bevölkerung an Hunger und Missachtung litt.

Ein paar wenige % der Bevölkerung war steinreich. Der Rest war mausarm und wurde wie Sklaven zu unmenschlichen Bedingungen als Arbeiter ausgenützt. Über 80 % der Menschen konnten werde lesen noch schreiben oder gar rechnen.

 

Man muss ein Volk nur ungebildet lassen – so müssen sie alles glauben was die so genannt Gebildeten und Reichen sagen.

(Es bleibt ihnen ja nichts anderes übrig – nicht gebildete Menschen kann man mit Leichtigkeit ausnützen und manipulieren ohne dass sie das merken)

Das war nicht der alleinige Grund warum Fidel und seine Anhänger anfingen aufzumucksen.

Cuba war zur damaligen Zeit ein riesiges „Freudenhaus – Puff“, hauptsächlich für die Amerikaner – die schnell mal nach Cuba reisten um so richtig die „Sau“ rauszulassen und zu zeigen wer der „Herr“ ist.

Der damalige Präsident Batista war nichts als eine Marionette der reichen Amerikaner. Er vergnügte sich auch lieber in den Bordellen und Spielsalons, veranstaltete riesige Feste - statt sich um die Staatsgeschäfte zum wohle des Volkes zu kümmern.

 

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Ich bin überzeugt, wenn das amerikanische Embargo schon vor Jahren aufgehört hätte zu existieren, dann würde es den Cubaner viel besser gehen. Sicher, an dem Elend ist nicht nur das Embargo schuld – der Fidel und seine Regierung haben auch Fehler gemacht. (Wer macht die nicht?) Aber der gesamten Bevölkerung haben sie mehr Gutes getan als umgekehrt.

(Embargo = Handels- und Kreditverbot mit anderen Staaten)

 

Hier zeige ich das Gute und das Schlechte – jedermann kann sich dann selber ein Bild machen was nun Gut oder Schlecht ist.

 

C U B A

U S A + Wir

Schulbildung für alle – das ist Pflicht wie auch bei uns in der Schweiz.

 

Die Ausbildung und Schuluniformen werden vom Volksvermögen bezahlt

 

 

In vielen umliegenden Staaten wie Haiti – Jamaika – Dom. Republik – Honduras – usw. können nur die wohlhabenden Kinder eine Schule besuchen. Der Analphabetismus in diesen Staaten ist riesig.

 

Weiterbildung und Studium für fleißige und begabte Menschen ist in Cuba

G R A T I S

 

In westlichen Staaten ist die Weiterbildung und das Studium

sehr teuer.

Die medizinische Versorgung ist für alle gratis.

Das Schlimme ist, dass die Versorgung mit Medikamenten und medizinischen Geräten so niederschmetternd schlecht ist, dass die so gut ausgebildeten Doktoren fast verzweifeln.

Daran ist hauptsächlich das amerikanische Embargo schuld.

In den USA gibt es schon seit langem ein Zweiklassen System, was die medizinische Versorgung angeht. Wer genug Geld hat wird gut versorgt. Wer kein Geld hat, der halt Pech gehabt.

Bei uns ist das Gesundheitswesen sehr teuer und die Kosten steigen ständig.

In Cuba ist die Lebensweise gemächlich – der soziale Zusammenhalt ist intakt.

Bei uns herrscht Hektik – Neid – Missgunst und Misstrauen.

Dafür haben wir Radio – Fernseher –

Auto usw.

Die Kriminalität ist klein

Es gibt dort halt nicht viel zum Stehlen.

In Cuba kann man als Besucher dieses Landes ohne Angst, selbst Nachts unterwegs sein.

In der Dom. Republik wird davor gewarnt, sich Nachts außerhalb der bewachten Zonen aufzuhalten.

Bei uns und überhaupt im Westen ist die Kriminalität erschreckend hoch.

Zum Vergleich: An den Stränden von Miami sind in den letzten Jahren mehrere Touristen und auch einheimische ermordet worden für ein paar Dollars.

Armut ist für die Cubaner nicht gleich dreckig und verwahrlost zu sein.  Das hat mit der guten Ausbildung zu tun. Und auch mit dem Stolz und dem Selbstbewusstsein dieser Menschen.

Armut in vielen umliegenden Staaten auch sonst wo auf der Welt, wird mit Schmutz und Verwahrlosung augenfällig.

 

Die Bevölkerung ist im allgemeinen gesund und man sieht zwar schlanke aber keine ausgemergelten und halbverhungerten Leute

Was richtige Hungerarmut bedeutet sehen wir an den halb  verhungerten Menschen in den Drittweltländern.

 

Sie sind arm an Gütern versprühen aber eine Lebensfreude die wir sicher ein wenig beneiden

Wir haben alles oder fast alles und sind trotzdem unzufrieden.

Die politische Diskussion ist eingeschränkt

Bei uns ist alles oder fast alles erlaubt

Politische Gegner sind im Gefängnis oder werden sonst wie mundtot gemacht

Wissen wir wie viele in den USA unschuldig im Gefängnis sitzen?

Dafür dürfen wir alles laut sagen was uns bewegt. Ist das wirklich so?

 

Kurzer Kommentar zur Tabelle:

 

Die Cubaner sind gut ausgebildet, das heisst, dass praktisch alle im Minimum eine Volksschule besuchten oder besuchen. In welchem angrenzenden Land ist dies auch so – doch nur in den USA, Kanada und wenigen anderen Ländern.

Schon das alleine ist ein großes Plus für den Fidel.

 

Dank dem Embargo der USA geht es den Cubaner nicht so gut.

Wie wird es aber sein in den nächsten 20 Jahren?

Werden sie dann alles haben wie wir, inklusive hohe Kriminalität, Stress und die Folgen davon?

Ist dies wirklich wünschenswert, dass diese fröhlichen liebenswerten Menschen für ein Leben wie wir Westler – ihre „Muse“ aufgeben werden?

 

Ich hoffe, dass der Fidel noch einige Jahre lebt und die so genannte „Öffnung“ behutsam vor sich geht, damit die Cubaner sich langsam mit der neuen Zeit entwickeln können und nicht eines Tages aufwachen und mit Schrecken feststellen, dass ihr Land von ein paar Reichen beherrscht wird.

 

Langsam, ganz langsam ist in den letzten Jahren eine leichte „Öffnung“ erfolgt, aber mit Erschrecken habe ich festgestellt, dass in den letzten Wochen wieder eine Umkehr stattgefunden hat.

Warum ist das passiert?

Ich weiß nur eine einzige Antwort darauf.     ANGST

Nämlich Angst und extremes Misstrauen gegenüber der USA.

Was sich Busch geleistet hat und die Drohungen die er auch Cuba gegenüber geäußert hat, sind vielleicht der Auslöser für die Reaktion  was die kubanische Regierung nun getan hat. (politische Gegner ab ins Gefängnis oder mundtot gemacht)

Ich bin sehr traurig darüber.

Nichtsdestotrotz liebe ich dieses Land und seine Leute und ich bleibe trotz allem dabei  -  besser ein Fidel als ein Bush.

 

Bei einer Diskussion, mit einer Lehrerin die viele Länder bereist hat, die den Fidel hasst(e) machte den Ausspruch: Wenn ich arm wäre, dann wäre ich am liebsten arm in Cuba.

Sie machte diesen Ausspruch nachdem ich ihr aufgezählt habe – was alles der Fidel gut gemacht hat.

 

© By Veronika Schneider 25.05.2003