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Cuba meine grosse Leidenschaft

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Warum ich mich so in Cuba verliebt habe, weiss ich nicht so genau. Ich weiss nur, dass dieses Gefühl ähnliche Merkmale aufweist, wie wenn sich zwei Menschen begegnen und es klick macht. Warum das passiert weiss niemand so genau. Genauso ist es mir ergangen als ich das erstemal nach Cuba reiste. Mein Ehegatte gestattet mir grosszügig diese Liebe, denn er weiss, dass dies ansonsten keine gefährliche Konkurrenz für ihn bedeutet. Im geheimen teilt er diese Liebe mit mir, denn sonst hätte er sich nicht von mir überreden lassen, zum wiederholten male in diesem herrlichen Land den Urlaub zu verbringen. Natürlich sträubt er sich manchmal ein wenig, um den Schein zu waren und sagt dann jedes Mal dies sei nun der letzte Urlaub in Cuba. Wir fliegen aber im 2004 wieder über den grossen Teich um wiederum unser Lieblingsland zu besuchen.

Sie fragen sich nun sicher, was, erst im 2004?  Oh ja, - denn Cuba ist für unseren Geldbeutel zu teuer um jedes Jahr dahin zu gelangen. So etwa alle 3-4 Jahre konnten wir uns das bisher leisten.

 

Erste Eindrücke

 

Wir werden am Flughafen von einem Taxichauffeur abgeholt und los geht es nach Varadero. Der freundliche Cubaner gibt uns einen Schnellkursus über die Felder, Pflanzen und die Berge von Cuba. Er empfiehlt uns unbedingt die Rambotour zu machen.

Wir kommen im Club Varadero an. Das ist eine Anlage mit verschiedenen Bungalows und einem grossen Hotel. Die Anlage ist eigentlich wie ein kleineres Dorf angelegt. Einfach und absolut sauber. Die Angestellten sind fröhlich und sehr aufmerksam. Zum erstenmal machten wir eine Reise mit All`Inklusive. Daran mussten wir uns erst gewöhnen, denn es ist ungewohnt, dass wir im ganzen Dorf überall alles gratis haben dürfen. Jedes Getränk, Essen, Snack, Flossen, Paddeln, Schnorchel, Segeln einfach wirklich alles ist inbegriffen. Wir haben dann den Verglich gemacht mit unseren bisherigen sogenannt normalen anderen Urlauben und sind zum Schluss gekommen, dass mit All`Inklusive eher weniger Geld gebraucht wird. In einem warmen bis heissen Land ist man öfter durstig und isst auch häufiger als Zuhause. Also die ersten Eindrücke waren gewaltig und nun ging es darum die nähere Umgebung zu erforschen.

 

Der Strand

 

In den Reiseunterlagen wird erwähnt, dass sich die Ufer von Varadero über 20 Km lang erstrecken, dass der Sand fein und weiss sei, dass das Meerwasser sauber, klar und warm sei und der Himmel sehr blau und die Wolken sehr weiss seien. Das klingt absolut kitschig und genauso kitschig sind die Postkarten. Genauso ist aber die Realität.

Jeden Morgen machten wir vor dem Frühstück einen Uferspaziergag, mindestens eine Stunde manchmal mehr und der Strand nahm kein Ende es war einfach wunderschön. Immer am Morgen findet man die schönsten Muscheln die über Nacht angespült werden. Allerdings muss man gut schauen, denn die grössten und schönsten Muscheln befinden sich meistens in der sich überschlagenden letzten Welle direkt am Ufer.

 

Die nähere Umgebung

 

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass man bereits früh am Morgen ein Velo aussuchen sollte und zur Unterkunft stellt, damit man ein einigermassen gutes Vehikel erwischt, das in der Grösse zum Körper passt die Bremse funktioniert, die Reifen gut gepumpt sind und nichts quietscht. Die Velos sind auch gratis zum Gebrauch. Man kann sie durchwegs gebrauchen, sollte sie aber niemals mit unseren Luxusvehikeln  vergleichen. Die Velos in Cuba sind fast ausschliesslich aus China, ohne Licht (Achtung vor der Dunkelheit zuhause sein), nur ein Gang und mit Rücktrittbremse.

Also mein Mann und ich machten uns nun auf den Weg, die Umgebung zu erforschen. Zuerst fuhren wir in der Richtung weiter nach dem Halbinselende auf der sogenannten Autobahn. Bei uns wäre eine solche Strasse eine gewöhnliche Durchfahrtstrasse. Eine Hotelanlage nach der anderen und eher ödes Land stärkten uns im Entschluss ein andermal in die entgegengesetzte Richtung zu fahren. Nun waren wir aber da und wir entschlossen und das American Einkaufszentrum zu besuchen. Dort entdeckte ich ein Bijou, das heisst ein Kleinod der Sonderklasse. Nämlich eine kleine wunderschöne Bildergalerie. Mein Herz flatterte ganz gewaltig ob all den wunderschönen Malereien. Ich weiss nicht wieso, aber ich liebe einfach die gewaltigen farbenprächtigen Malereien der cubanischen Künstler. Auch dies ist ein weiterer Grund weshalb ich unbedingt wieder dorthin will. Ein solches Bild muss ich unbedingt noch haben.

 

Fabrikbesichtigung

 

In der Nähe von Matanzas besichtigten wir eine uralte Zuckerfabrik. Es ist der helle Wahnsinn unter was für Umständen die Menschen dort arbeiten. Bei uns in der Schweiz, wahrscheinlich auch in Deutschland, Österreich und weiteren europäischen Ländern, dürften nicht mal die Tiere in so einem Gebäude arbeiten oder untergebracht werden.

Es war stickig heiss die Maschinen liefen auf hochtouren , es hatte wenig Licht. Es war aber beeindruckend wie freundlich die Arbeiter/Innen waren. Das Labor war der ganze Stolz der Belegschaft, aber für unsere Begriffe ist dies die Steinzeit. (Das Labor in der Tiger Käse AG, wo ich arbeite ist der reinste Luxus im Vergleich zu dem was ich dort sah) Wir durften dann noch mit der uralten Eisenbahn mit einer wirklich wunderschönen alten Lok aufs Land fahren um zu sehen wie die Zuckerrohre geerntet, auf die Eisenbahnwagen geladen und zur Fabrik gefahren werden. Bei jeder Weiche wurde die Lokomotive ganz langsam, denn der begleitende Bahnarbeiter musste vom fahrenden Zug abspringen zur Weiche spurten und die Weiche von Hand umstellen. Die einheimischen Arbeiter/Innen sangen Lieder oder schwatzten und lachten mit uns.

 

Begegnung mit der Armut / Verteilen von Geschenken

 

In den drei Urlauben die wir in Cuba verbracht haben habe ich viel gelernt wie man mit Mitbringseln für die Leute dort umgeht.

Kein Geld geben sondern Sachwerte wie Kleider, Toilettenartikel, Schreibwaren usw.

Verteilen sie ihre Geschenke unauffällig, so dass sich keine Menschenmenge um sie bildet. Das ist absolut möglich.

Ein paar Beispiele: Ich habe bei unseren täglichen Spaziergängen die Menschen beobachtet. Jeden Morgen war ein alter Mann an der gleichen Stelle beim Fischen, oft hatte er seinen kleinen Enkelsohn dabei. Ich habe also eine Stoffumhängetasche mit einer noch sehr schönen Windjacke für den Mann, einem Kinder-T-Shirt, kleinen Buntstiften und einer Seife gefüllt und das an einem Morgen dem Fischer gebracht. Seine Dankbarkeit hat mich fast umgehauen. Er hat auch mich und meinen Mann beobachtet und gesehen, dass wir fast allmorgendlich nach Muscheln gesucht haben. Er hat uns dann wunderschöne Muscheln geschenkt die man am Strand nicht finden konnte.

Ins Dorf der Zuckerfabrik nahm ich ein paar Stoffumhängetaschen, gefüllt mit einem weissen Hemd, Buntstiften und Seife, mit. Alles packten wir in einen Rucksack, damit niemand sah was wir dabei hatten. Im Dorf entfernten wir uns etwas von den Mittouristen und beobachteten die Leute unauffällig. Die meisten sassen mit Urgrosmutter/Vater, Mutter und Kinder vor ihren einfachen Häusern und schwatzten. Ich schenkte einem Jungen eine der Stofftaschen. Er brachte sie zu seiner Mutter, die schaute rein, nahm das Hemd hinaus hielt es an den Jungen, sah dass es passte. Sie strahlte von weitem und schickte mir ganz scheu eine –Kusshand-. Die anderen Sachen verschenkte ich in der Fabrik ganz unauffällig, denn ich hatte ja nicht für alle etwas. Es ist also durchaus möglich unauffällig etwas zu Verschenken ohne dass es zu einen Auflauf kommt.

 

Was eignet sich zum Verschenken

 

Medikamente: Muster von den Apotheken und Drogerien, wenn man fragt sind sie grosszügig und geben meistens viele verschiedene Sachen. Um das Gewicht möglichst klein zu halten empfiehlt es sich die Kartonverpackungen zu entfernen und die Medikamente in kleine Plastiktüten abzufüllen mit etwa 2 – 3 Originalbeipackzettel dabei. Natürlich jede Sorte für sich verpacken. In Varadero hat es ein Spital, dort werden diese Sachen mit grosser Dankbarkeit angenommen.

Wenn Sie einen Ausflug ins Landesinnere unternehmen, erkundigen Sie sich bitte zuerst ob es dort einen Dorfarzt habe und übergeben sie die Medikamente diesem, denn die Dorfärzte haben noch weniger als die Stadtärzte. Geeignet sind die verschiedensten Medikamente gegen Schmerzen, Grippe, Fieber, Husten usw. auch jegliche Verbandstoffe und Wundpflaster sowie Salben sind willkommen.

Nicht mitbringen sollte man alle Medikamente die unter das Betäubungsgesetz fallen.

 

Kleider, Schuhe, Toilettenartikel, Schreibwaren usw.

 

Wenn Sie nur Urlaub machen wollen ohne etwas mitzubringen, dann lassen Sie sich nicht nerven wenn es hartnäckige Leute hat die manchmal auch betteln. Seien sie freundlich und bestimmt, dann werden sie auch respektiert und in Ruhe gelassen.

Erwarten sie nicht von allen grosse Dankbarkeit wenn sie etwas verschenken, denn die Cubaner sind ein selbstbewusstes, gutausgebildetes und stolzes Volk.

 

Schulbildung der Cubaner im Vergleich zu umliegenden Staaten

 

In Cuba muss, soll und darf jedes Kind in die Schule. Selbst in den abgelegenen Dörfern werden die Kinder erfasst und in die Schulen gebracht. Sie sind nur an den Wochenenden Zuhause. Man spürt es überall dass diese Menschen gebildete Leute sind.

Das ist in den Karibikstaaten nicht überall so. In den meisten anderen Inselstaaten dürfen nur die wohlhabenden Kinder in die Schule (Haiti, Bahamas, Dominikanische Republik, Jamaika, auch Mexiko usw.)

 

© Copyright 2002 by Veronika Schneider